Gedanken: Post-Biberlincamp, Post-Berlin

Ich sitze aktuell im Zug zurück nach Wien und nutze die Gelegenheit des schlafenen Kindes zum resümieren.

Wie letztens schon gepostet waren wir beim BiBerlincamp. (In Berlin.) Den Wunsch hinzufahren hatte ich schon länger und als ich angenehmerweise auch frei bekommen hab in der Zeit hab ich die Gelegenheit ergriffen.

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Inzwischen bin ich am überlegen, ob es das wirklich wert war.

Das liegt jetzt garnicht primär am BiBerlincamp, das war, soweit ich das mitbekommen hab, soweit ok. Die Orga war cool, die Location nett und die meistens Teilnehmer*innen auch sehr freundlich. Nein, was meine Stimmung trübt war die kombination mehrerer Faktoren.

  1. Zugfahren ist teuer.
    Insgesammt haben die Tickets für mich und Ines zusammen 250€ gekostet und zusammen mit Verpflegung, Nahverkehr usw. war das halt schon ein teuer Spaß. Vor dem Wochenende erschien mir das gerechtfertigt, ich freute ich wahnsinnig darauf viele tolle Leute wiederzusehen, aber jetzt bleibt da halt ein übler Beigeschmack.

  2. Das Camp war kein (pro-) feministischer Raum.
    Das klingt jetzt vielleicht hart, schließlich sind die meisten Räume in denen ich mich bewege alles andere als feministisch. Aber hier in einem sehr queeren Raum ging mir das halt doch sehr ab: Dominantes Redeverhalten war bei einigen Leuten ein wiederkehrendes Problem und Statements wie “Frauen sind X/Männer sind Y” flogen tief und das wahr halt ziemliche Scheiße.

  3. Mit kranken Kind weg sein ist doof.
    Das kleine Monster hat vor der Abfahrt herumgeschnupft, aber Zeichen der Besserung gezeigt, darum sind wir gefahren, aber es zeigte sich, daß die Hoffnung verfrüht war. Am zweiten Tag des Camps hatte es dann auf Fieber, weswegen wir den Großteil des Tags sein ließen und stattdessen zuhause blieben.

Gleichzeitig war Vieles sehr, sehr schön an diesem Wochenende:

  • Antiprodukt war so wundervoll und hat uns einfach für die zwei Tage ihre Wohnung überlassen, hat sich zwischenzeitlich großartig ums Kind gekümmert und war insgesamt einfach nur toll. <3

  • Ich hab ganz viele tolle Menschen treffen dürfen! Teils alte Freund*innen, teils liebe Twitterbekanntschaften, teils “Leute denen wir schon ewig folgen und voll toll finden und jetzt endlich auch ein Gesicht zu haben”. Einfach schön.

  • Mit all seinen Makel war das BiBerlinCamp für mich sehr inspirirend. Zum einen war es wahnsinnig spannend einfach mal in einem Raum mit (fast ausschließlich) nicht-monosexuellen Menschen zu sein. Zwar passiert mit das in meiner kleinen privaten Bubble immer wiedermal, aber mit großteils Fremden? Das war neu. Und schön. Und hätte ich gerne öfters. Zum anderen hab ich doch ein paar Dinge mitnehmen können. Sei es die Idee einer “quotierten” Biparty oder der Wunsch nach regelmäßigen Treffen abseits des Stammtischmodells: Inspiration ist da.

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Ok, jetzt wo ich das so geschrieben hab: Das Wochenende war eh ok. Etwas länger, gesunder und entspannter hätte es sein dürfen, aber die schönen Teile waren richtig schön. ^^

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