Vier Tage, Vier Artikel

Sun 18 November 2012
By Aaron

Als ich dieses Blog gestartet habe, war die Idee JEDEN TAG einen Post zu schreiben. Und das hab ich eine Zeit lang auch durchgehalten, aber das funktionierte nur, wenn ich irgendwann Schreibzeit(tm) bekomme.

Schreibzeit(tm) hat eine spezielle Bedeutung. Es bedeutet ein Ort wo ich meinen PC aufklappen kann (Am Smartphone posten ist unlustig), wo ich nicht abgelenkt werde (Hie und da chatten ist ok, skypen geht zum Beispiel überhaupt nicht.) und wo ich mich in den entsprechenden Headspace bringen kann. Am besten schreibe ich, IMO, wenn ich nachcdenklich bin, wenn mich etwa beschäftigt und ich die Muße habe, es auf "Papier" aufzuarbeiten.

Die letzten Tage hatte ich einfach keine Schreibzeit(tm). Ich war unterwegs (Also keine ruhige Ecke zum Laptop aufklappen), ich hab mit Leuten geskyped (Ablenkung) und den Headspace hatte ich auch nicht wirklich. Bzw. hab ich den im Gespräch mit guten, lieben Leuten gehabt und da wurde auch nicht mitgeschrieben. ^^

Schreibzeit(tm) war also nicht, und ich hab mich deswegen schlecht gefühlt. So wie ich mich oft schlecht fühle, wenn ich mir vorgenommene Dinge nicht schaffe, meinen eigenen Anforderungen nicht gerecht werde oder was auch immer. Und das hilft mir nicht zu schreiben, im Gegenteil. Je mehr ich mich ärgere, je mehr ich mich selber schelte doch mehr zu schreiben, doch jetzt endlich anzufangen, desto weniger kommt es. Also schelte ich mich mehr, also kommt es noch weniger uns so weiter und so fort...

Dieser Kreislauf ist dumm. Dieser Kreislauf ist schädlich. Dieser Kreislauf hindert mich daran glücklich zu werden.

Ich bin nicht der Kreislauf. Ich bin auch nicht IN dem Kreislauf. Der Kreislauf ist etwas, das ich mache. Der Kreislauf ist ein Produkt meiner Handlungen und Entscheidungen. Und das bedeutet, ich kontrolliere es, ob ich weiter diesen Kreislauf verfolge, weiter Handlungen setze um den Kreislauf am Leben zu erhalten.

Leute mit Depressionen, zu denen ich mich zähle, haben manchmal die Tendenz die Welt um sie herum, ihr Leben und die Dinge, die ihnen passieren, als "etwas das passiert" zu sehen, im Gegensatz zu "etwas das sie aktiv konstuieren". Wenn ich in einer depressiven Phase bin werde ich unglaublich passiv, was meine Umwelt angeht. Ich bin zutiefst unzufrieden, ärgere mich, kann aber keine Energie finden etwas zu tun. Irgendwann verschwindet dann sogar die Vorstellung davon, WAS ich denn überhaupt tun könnte, alles erscheint gegeben, unveränderbar, außerhalb meiner Kontrolle.

Aktuell bin ich nicht in einer depressiven Phase. Es geht mir gut. Ich bin aktiv und unter Leuten. Meine emotionale Batterien sind ganz gut aufgeladen. Und deswegen habe ich noch die Energie diese Kreisläufe zu erkennen, mich dabei zu ertappen, wenn ich Handlungen setze die, wenn ich sie weiter durchführe, nicht mehr gesund sind. Die meine Reserven angreifen.

Dieser Artikel ist eine aktive Handlung. Dieser Artikel ist eine bewußte Ablehnung des Kreislaufs. Mit diesem Artikel fange ich an, mir mein Leben wieder ein Stück besser zu bauen.

Und das fühlts ich gut an.

Older
Bier, UVs und Hipstertum

Newer
Meine Beziehung geht nur 2-5 Leute was an